- Mitgliederzahl: Ende 2022 gab es in Deutschland 23.297 Freiwillige Feuerwehren mit insgesamt 1.014.953 Feuerwehrleuten. Zum Vergleich: Die 116 Berufsfeuerwehren hatten nur 35.754 fest angestellte Feuerwehrleute.
- Einsatzarten: Die Feuerwehr ist nicht nur für Brände zuständig. 2022 gab es über 2,8 Millionen Einsätze im Rettungsdienst (Notfallrettungen und Krankentransporte). Technische Hilfeleistungen wie das Befreien von Menschen aus Unfallautos, kamen mehr als 750.000 Mal vor. Über 400.000 Mal rückten die Feuerwehren aus, ohne dass es wirklich brannte oder eine andere Gefahr bestand. Tatsächlich entfielen nur knapp 230.000 Einsätze der Feuerwehr 2022 auf Brände oder Explosionen – deutlich weniger, als viele erwarten würden.
- Nachwuchs: Die Freiwillige Feuerwehr setzt stark auf junge Leute. Es gibt 23.934 Jugendfeuerwehren mit insgesamt 332.442 Mitgliedern, die schon früh lernen, was Feuerwehrarbeit bedeutet.
Freiwillige Feuerwehr: Vor-/Nachteile des Ehrenamts
Die Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr hat Vorteile und Nachteile: Das Engagement verspricht erfüllende Momente, bringt aber auch Herausforderungen und Risiken mit sich.
Zu den positiven Seiten des Ehrenamts gehört der wertvolle Beitrag zum Gemeinwohl, den freiwillige Feuerwehrleute leisten. Außerdem ist das Ansehen der Feuerwehr in Deutschland riesig: Keine andere Berufsgruppe genießt ein höheres Vertrauen in der Bevölkerung. Viele Mitglieder sagen zudem, dass die Feuerwehr für sie wie eine zweite Familie ist, denn der Teamgeist und das Gemeinschaftsgefühl in den Feuerwehren sind stark. Durch die Vielfalt der Mitglieder und den ehrenamtlichen Charakter bietet sich außerdem eine gute Gelegenheit zum Netzwerken.
Eine Herausforderung bei der Freiwilligen Feuerwehr ist die ständige Einsatzbereitschaft an 365 Tagen im Jahr. Obwohl Urlaube und Abwesenheitszeiten möglich sind, kann die permanente Verantwortung eine Belastung sein. Ein weiteres Problem kann im Beruf entstehen: Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber müssen ihr Personal für Einsätze freistellen, doch nicht alle zeigen dafür Verständnis. Das kann besonders dann zu Spannungen führen, wenn freiwillige Feuerwehrleute häufig während ihrer Arbeitszeit ausrücken müssen.
Des Weiteren stehen Feuerwehrleute oft vor großen körperlichen und seelischen Belastungen. Sie arbeiten in gefährlichen Situationen und erleben Notlagen hautnah. Das bringt einige Herausforderungen mit sich:
Psychische Belastungen: Einsätze können emotional belastend sein, besonders wenn es um Menschenleben geht. Zur Unterstützung gibt es mittlerweile die Feuerwehrseelsorge.
Körperliche Risiken: Trotz guter Ausrüstung und Ausbildung lassen sich Verletzungen im Einsatz nie ganz vermeiden. So wurden 2019 insgesamt 4.507 meldepflichtige Arbeitsunfälle und sechs Todesfälle bei den Freiwilligen Feuerwehren gemeldet.
Zahlt die Freiwillige Feuerwehr Gehalt?
Die Freiwillige Feuerwehr zahlt kein Gehalt, da es sich um ein Ehrenamt handelt. Wer während der Arbeitszeit zu einem Einsatz gerufen wird, muss jedoch keine finanziellen Einbußen befürchten: Arbeitgeber sind verpflichtet, das Gehalt weiterzuzahlen und können sich die Kosten von der Gemeinde erstatten lassen. Auch Selbstständige gehen nicht leer aus: Sie haben einen Erstattungsanspruch, der anhand eines festen Stundensatzes berechnet wird.