Was ist die Freiwillige Feuerwehr?
Freiwillige Feuerwehr: Ehrenamt im Brandschutz
Die Freiwillige Feuerwehr ist ein wichtiger Teil der öffentlichen Feuerwehr und ergänzt die Berufsfeuerwehr. Sie besteht hauptsächlich aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die sich ehrenamtlich für den Schutz ihrer Gemeinde einsetzen. Manche sind schon seit Jahrzehnten dabei, andere fangen als Jugendliche an – alle verbindet das gemeinsame Ziel, zu helfen. In einigen Fällen gibt es auch hauptamtliche Kräfte, die zum Beispiel leitende Aufgaben übernehmen oder sich um die Wartung der Ausrüstung kümmern.
Obwohl die Freiwillige Feuerwehr aus ehrenamtlichen Feuerwehrleuten besteht, gehört sie zur Gemeinde, denn der Brandschutz ist eine Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge. Deshalb sind ihre Strukturen und Aufgaben gesetzlich festgelegt – genau wie bei der Berufsfeuerwehr. Da die Zuständigkeit bei den einzelnen Bundesländern liegt, gibt es von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Vorschriften zur Freiwilligen Feuerwehr.
Was unterscheidet die Berufsfeuerwehr von der Freiwilligen Feuerwehr?
Es gibt viele Unterschiede zwischen der Berufsfeuerwehr und der Freiwillige Feuerwehr: Die Freiwillige Feuerwehr besteht aus ehrenamtlichen Mitgliedern, während bei der Berufsfeuerwehr fest angestellte oder verbeamtete Feuerwehrleute arbeiten. Berufsfeuerwehrleute sind rund um die Uhr im Schichtdienst im Einsatz, damit die Wache jederzeit besetzt ist. Freiwillige Feuerwehrleute haben dagegen einen normalen Job oder sind in Ausbildung und werden nur im Notfall alarmiert – per Funk oder App. Dann eilen sie zum Feuerwehrhaus oder direkt zum Einsatzort.
In den meisten Bundesländern schreibt das jeweilige Landesrecht vor, dass jede Gemeinde eine Freiwillige Feuerwehr haben muss. Dementsprechend ist die Zahl der Freiwilligen Feuerwehren hoch: Zum 31.12.2022 gab es in Deutschland 23.297 Freiwillige Feuerwehren. Berufsfeuerwehren sind dagegen selten: Es gibt nur 116 Standorte, da sie meist nur in Städten mit mindestens 80.000 bis 100.000 Einwohnern vorgeschrieben sind. Trotzdem gibt es auch in diesen Städten oftmals Freiwillige Feuerwehren, um die Berufsfeuerwehr zu unterstützen.
Statistiken und Zahlen: Die Freiwillige Feuerwehr in Fakten
Die Freiwillige Feuerwehr stellt den größten Teil der Feuerwehrkräfte in Deutschland und übernimmt dementsprechend den Großteil aller Einsätze.
Freiwillige Feuerwehr: Vor-/Nachteile des Ehrenamts
Die Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr hat Vorteile und Nachteile: Das Engagement verspricht erfüllende Momente, bringt aber auch Herausforderungen und Risiken mit sich.
Zu den positiven Seiten des Ehrenamts gehört der wertvolle Beitrag zum Gemeinwohl, den freiwillige Feuerwehrleute leisten. Außerdem ist das Ansehen der Feuerwehr in Deutschland riesig: Keine andere Berufsgruppe genießt ein höheres Vertrauen in der Bevölkerung. Viele Mitglieder sagen zudem, dass die Feuerwehr für sie wie eine zweite Familie ist, denn der Teamgeist und das Gemeinschaftsgefühl in den Feuerwehren sind stark. Durch die Vielfalt der Mitglieder und den ehrenamtlichen Charakter bietet sich außerdem eine gute Gelegenheit zum Netzwerken.
Eine Herausforderung bei der Freiwilligen Feuerwehr ist die ständige Einsatzbereitschaft an 365 Tagen im Jahr. Obwohl Urlaube und Abwesenheitszeiten möglich sind, kann die permanente Verantwortung eine Belastung sein. Ein weiteres Problem kann im Beruf entstehen: Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber müssen ihr Personal für Einsätze freistellen, doch nicht alle zeigen dafür Verständnis. Das kann besonders dann zu Spannungen führen, wenn freiwillige Feuerwehrleute häufig während ihrer Arbeitszeit ausrücken müssen.
Des Weiteren stehen Feuerwehrleute oft vor großen körperlichen und seelischen Belastungen. Sie arbeiten in gefährlichen Situationen und erleben Notlagen hautnah. Das bringt einige Herausforderungen mit sich:
- Psychische Belastungen: Einsätze können emotional belastend sein, besonders wenn es um Menschenleben geht. Zur Unterstützung gibt es mittlerweile die Feuerwehrseelsorge.
- Körperliche Risiken: Trotz guter Ausrüstung und Ausbildung lassen sich Verletzungen im Einsatz nie ganz vermeiden. So wurden 2019 insgesamt 4.507 meldepflichtige Arbeitsunfälle und sechs Todesfälle bei den Freiwilligen Feuerwehren gemeldet.
Zahlt die Freiwillige Feuerwehr Gehalt?
Die Freiwillige Feuerwehr zahlt kein Gehalt, da es sich um ein Ehrenamt handelt. Wer während der Arbeitszeit zu einem Einsatz gerufen wird, muss jedoch keine finanziellen Einbußen befürchten: Arbeitgeber sind verpflichtet, das Gehalt weiterzuzahlen und können sich die Kosten von der Gemeinde erstatten lassen. Auch Selbstständige gehen nicht leer aus: Sie haben einen Erstattungsanspruch, der anhand eines festen Stundensatzes berechnet wird.