- das Erkennen und Absichern von Gefahrensituationen
- Erste Hilfe und Verhalten bei medizinischen Notfällen
- den Umgang mit Ausrüstung wie Schläuchen oder Schutzkleidung
- Grundwissen über Feuer, Brandklassen und geeignete Löschmittel
Besonders motivierend sind Abzeichenprogramme wie die „Jugendflamme“. Dabei handelt es sich um ein deutschlandweites Leistungsabzeichen, das in drei Stufen gegliedert ist: In Stufe I lernen die Jüngeren zum Beispiel, wie man einen Notruf richtig absetzt oder Feuerwehrknoten bindet. In Stufe III sind hingegen anspruchsvolle Aufgaben und eigene Projekte gefragt. Zusätzlich nehmen viele Gruppen an Wettbewerben teil. Dabei führen sie zum Beispiel einen Löschangriff in vorgegebener Zeit durch. Solche Übungen machen nicht nur Spaß, sie stärken auch den Teamgeist und die Motivation.
Wer darf in die Jugendfeuerwehr eintreten?
In den meisten Bundesländern liegt das typische Jugendfeuerwehr-Alter zwischen 10 und 17 Jahren. Viele Gemeinden bieten zusätzlich Kinderfeuerwehren ab 6 Jahren an. Wichtig ist, dass die Jugendlichen im Ort oder im näheren Umkreis wohnen, also im Bereich der zuständigen Freiwilligen Feuerwehr.
Wer sich fragt, wie man sich bei der Jugendfeuerwehr anmeldet, sollte direkt Kontakt mit der örtlichen Feuerwehr aufnehmen. Viele Jugendgruppen bieten Schnupperdienste an, um einen ersten Einblick zu geben. Danach folgt eine Probezeit. Anschließend erhalten die Jugendlichen ihre persönliche Schutzausrüstung: Dazu gehören Uniform, Helm, Handschuhe und Sicherheitsschuhe.
Für die Mitgliedschaft gelten folgende Voraussetzungen:
- schriftliches Einverständnis der Erziehungsberechtigten
- regelmäßige Teilnahme an den Diensten
- Teamfähigkeit, Motivation und Zuverlässigkeit
- keine bestimmten Schulnoten oder Abschlüsse
Die Mitgliedschaft bei der Jugendfeuerwehr ist kostenlos. Nur bei Ausflügen oder Zeltlagern kann eine geringe Kostenbeteiligung anfallen. In Städten mit hoher Nachfrage gibt es manchmal Wartelisten.
Wie stärkt die Jugendfeuerwehr die Persönlichkeit?
In der Jugendfeuerwehr übernehmen Mädchen und Jungen früh Verantwortung. Sie lernen, sich auf andere zu verlassen, in Stresssituationen ruhig zu bleiben und gemeinsam Aufgaben zu lösen. Wer etwa eine Löschübung erfolgreich meistert oder im Wettbewerb als Team gewinnt, stärkt dabei das eigene Selbstvertrauen. Kameradschaft entsteht dabei ganz natürlich. Jedes Mitglied soll sich unabhängig von Herkunft oder Geschlecht respektiert und zugehörig fühlen.
In der Jugendfeuerwehr bestimmen die Jugendlichen mit: Sie wählen Jugendsprecher, planen Aktionen und treffen Entscheidungen gemeinsam. So lernen sie, Verantwortung zu übernehmen und wie Demokratie im Alltag funktioniert. Dabei erleben sie auch wichtige Werte wie Hilfsbereitschaft, Vielfalt und Verlässlichkeit. 2023 wechselten rund 18.700 Jugendliche in den aktiven Feuerwehrdienst. Diese Zahl zeigt, wie stark frühes Engagement die Einsatzbereitschaft von morgen sichert.
Feuerwehr braucht frühe Bindung
Die Jugendfeuerwehr ist mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung. Sie legt den Grundstein für einen verlässlichen Feuerwehr-Nachwuchs in den Freiwilligen Feuerwehren, die in Deutschland über 96 Prozent aller Feuerwehren ausmachen. Damit dieser Weg weiter gelingt, braucht es Unterstützung: Insbesondere Eltern, Schulen und Kommunen sollten jungen Menschen Zeit, Raum und Anerkennung für ihr Engagement geben. Wer früh erlebt, wie sinnvoll gemeinsames Handeln ist, bleibt der Feuerwehr oft ein Leben lang treu.