Schülerlotsen sorgen für Sicherheit auf dem Schulweg
Der Weg zur Schule ist für viele Kinder ein Risiko. Vor allem am Morgen gibt es vor vielen Schulen oft dichten Verkehr, der zu unübersichtlichen Situationen führt. Genau hier hilft ein Schülerlotse: Die ehrenamtlichen Verkehrshelfer stehen an wichtigen Übergängen, achten auf den Verkehr und helfen jüngeren Kindern beim sicheren Überqueren der Straße. Ihre Warnkleidung und ihre Kelle machen sie gut sichtbar. Andere Verkehrsteilnehmer werden allein durch die Präsenz von Schülerlotsen aufmerksam und fahren vorsichtiger.
In Deutschland sind rund 50.000 Schülerlotsen aktiv. Sie übernehmen ihr Ehrenamt freiwillig und ohne Bezahlung. Seit dem Start des Dienstes im Jahr 1953 gab es an von ihnen gesicherten Stellen keinen einzigen tödlichen Unfall. Diese Statistik zeigt, wie wichtig der Beitrag eines Schülerlotsen zur Verkehrssicherheit ist.
Was macht ein Schülerlotse?
Schülerlotsen sind vor Schulbeginn und nach Schulschluss im Einsatz. Sie sichern gefährliche Stellen auf dem Schulweg – zum Beispiel Fußgängerüberwege, enge Einmündungen oder Kreuzungen mit viel Verkehr. Diese sogenannten Lotsenpunkte erkennt man oft am blauen Verkehrszeichen „Verkehrshelfer“. Die Schülerlotsen tragen Warnkleidung und eine Signalkelle. Lotsen übernehmen typischerweise folgende Aufgaben:
- den Verkehr aufmerksam beobachten
- passende Lücken im Verkehr erkennen
- Kindern ein Zeichen zum Überqueren geben
- durch ihre Präsenz für mehr Rücksicht im Straßenverkehr sorgen
Rechtlich gelten Schülerlotsen als sogenannte Verkehrshelfer. Ihr Einsatzort ist häufig durch das blaue Verkehrszeichen 356 gekennzeichnet: Es zeigt eine Person mit Kelle und weist auf den Lotsendienst hin. Schülerlotsen dürfen aber keine Fahrzeuge anhalten oder den Verkehr regeln. Sie beobachten die Straße und zeigen mit der Signalkelle, wann Kinder sicher die Straße überqueren können. Für andere Verkehrsteilnehmende sind die Zeichen der Schülerlotsen ein Warnsignal: Autofahrerinnen/Autofahrer sollten besonders aufmerksam sein, denn überall dort, wo Schülerlotsen stehen, können Kinder unterwegs sein.
Was sind die Voraussetzungen, um Schülerlotse zu werden?
Schülerlotse kann werden, wer mindestens 13 Jahre alt ist und in der Regel die siebte Klassenstufe besucht. In einigen Bundesländern gelten für Schülerlotsen andere Voraussetzungen: In Berlin dürfen Kinder zum Beispiel ab der fünften Klasse Schülerlotse werden. In Brandenburg liegt die Altersgrenze bei elf Jahren. Grundvoraussetzung ist aber immer die Schulzugehörigkeit. Auch Erwachsene (zum Beispiel Eltern) können sich als Verkehrshelfer engagieren, wenn sie geeignet sind und Unterstützung gebraucht wird.
Schülerlotsen müssen zuverlässig sein und aufmerksam arbeiten. Sie sollten Verkehrssituationen richtig einschätzen können und bei jedem Wetter konzentriert bleiben. Die Auswahl übernimmt die Schule. Meistens ist zudem eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern erforderlich.
Vor dem ersten Einsatz erhalten angehende Schülerlotsen eine Schulung. Diese besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Meist übernimmt die Polizei gemeinsam mit der Verkehrswacht diese Ausbildung. Sie dauert je nach Bundesland sechs bis zwölf Stunden. Dabei lernen die angehenden Schülerlotsen wichtige Verkehrsregeln, wie man Gefahren erkennt und sich an der Straße richtig verhält. Am Ende gibt es oft eine kurze Prüfung. Wer diese besteht, darf offiziell als Schülerlotse starten.