Welche Tätigkeiten sind Jugendlichen im Ehrenamt nicht erlaubt?
Beim Ehrenamt für Jugendliche gibt es vor allem bei gefährlichen Tätigkeiten klare Grenzen. Besonders betroffen ist der Einsatzdienst von Hilfsorganisationen. In der Jugendfeuerwehr nehmen Kinder und Jugendliche an Ausbildung, Übungen und Projekten teil. Echte Brandeinsätze und technische Hilfeleistungen gehören dagegen zum Einsatzdienst der Feuerwehr und sind je nach Bundesland ab 16 Jahren möglich.
Im Katastrophenschutz gelten noch strengere Regeln. Beim Technischen Hilfswerk dürfen nur Volljährige am Einsatz teilnehmen. Jugendgruppen bereiten die Freiwilligen auf den aktiven Dienst vor, aber sie nehmen noch nicht an echten Einsätzen teil. Minderjährige dürfen auch keine Funktionen übernehmen, die mit sicherheitsrelevanter Verantwortung verbunden sind. Dazu gehören etwa Einsatzleitungen, medizinische Dienste bei Veranstaltungen oder die Regelung des Verkehrs. Für solche Aufgaben braucht es eine Ausbildung und volle Verantwortung. Deshalb übernehmen sie erwachsene Ehrenamtliche.
Sind Kinder und Jugendliche im Ehrenamt versichert?
Jugendliche im Ehrenamt sind in der Regel gesetzlich unfallversichert. Dieser Schutz gilt nach § 2 Abs. 1 Nr. 10a SGB VII für Personen, die ehrenamtlich für Kommunen oder in deren Auftrag arbeiten. Versichert sind insbesondere:
- die Tätigkeit selbst
- der direkte Hin- und Rückweg
- Fortbildungen im Rahmen des Ehrenamts
Außerdem gibt es in allen 16 Bundesländern Sammelversicherungen für Ehrenamtliche. Diese Haftpflicht- und Unfallversicherungen greifen nur, wenn keine andere Versicherung zuständig ist. Sie helfen zum Beispiel bei Engagement ohne festen Verein, etwa in Nachbarschaftsinitiativen.
Vereine und Träger haben außerdem eine Aufsichtspflicht gegenüber minderjährigen Ehrenamtlichen: Sie müssen für ausreichende Betreuung sorgen, Jugendliche in Sicherheitsregeln einweisen und ihnen passende Aufgaben geben. In der Praxis übernehmen das oft geschulte Jugendleiterinnen/Jugendleiter.
Welche Vorteile hat ein Ehrenamt für Kinder und Jugendliche?
Studien zeigen, dass junge Menschen im Ehrenamt Fähigkeiten erwerben, die Schule nicht vermittelt. Das Deutsche Jugendinstitut und die TU Dortmund beschreiben das Ehrenamt als Ort des praktischen Kompetenzerwerbs: Jugendliche organisieren Projekte, arbeiten im Team und übernehmen Verantwortung. Diese Erfahrungen wirken oft lange nach: In einer Langzeitstudie gaben 56 Prozent der früher Engagierten an, später selbst Veranstaltungen organisiert zu haben. In der Vergleichsgruppe ohne Engagement waren es nur 27 Prozent.
Auch für die Ausbildung und das Berufsleben hat ein Ehrenamt für Jugendliche viele Vorteile. Ein freiwilliges Engagement im Lebenslauf zeigt Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein und soziale Kompetenz. Gleichzeitig stärkt freiwillige Arbeit den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer schon früh erlebt, dass das eigene Handeln etwas bewirken kann, behält seine Bereitschaft zum Engagement häufig ein Leben lang.