Wer braucht bei Hitze besonderen Schutz?
Ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere sowie Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen brauchen bei hohen Temperaturen am meisten Schutz. Auch obdachlose Menschen und Personen, die im Freien körperlich arbeiten, sind besonders gefährdet.
Kommunen können hier gezielt helfen: Öffentliche Gebäude, Bibliotheken oder Seniorentreffs eignen sich zum Beispiel als kühle Rückzugsorte. Gießen zeigt solche Orte in einem interaktiven „Coolen Stadtplan“. Auch Frankfurt am Main verfügt über eine „Kühle-Orte-Karte“. Darin finden Bürgerinnen/Bürger zum Beispiel schattige Plätze und kühle öffentliche Gebäude in ihrer Nähe. Gesundheitsämter, Pflegeeinrichtungen und soziale Träger können gefährdete Menschen außerdem direkt über Hitzewarnungen und Schutzangebote informieren.
Hitzeaktionspläne bündeln die kommunale Vorsorge
Ein Hitzeaktionsplan legt fest, wie eine Kommune bei großer Hitze handelt. Er verbindet akute Hilfe bei Hitzewellen mit langfristiger Vorsorge. Bereits die Gesundheitsministerkonferenz von 2020 setzte das Ziel, dass Gemeinden innerhalb von fünf Jahren Hitzeaktionspläne entwickeln. Sieben von 16 Bundesländern verfügen inzwischen über landesweite Hitzeaktionspläne. Auch Städte wie Mannheim, Worms und Würzburg haben eigene Konzepte mit Analysen, Maßnahmen und Kommunikationsstrategien entwickelt.
Ein kommunaler Hitzeaktionsplan sollte insbesondere
- Zuständigkeiten festlegen und die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche organisieren,
- Hitzewarnungen und die Information der Bevölkerung koordinieren,
- konkrete Maßnahmen wie Trinkwasserbrunnen, Verschattung und Entsiegelung vorsehen,
- besonders gefährdete Menschen und Einrichtungen einbeziehen und
- regelmäßig auswerten, ob die Maßnahmen ihre Ziele erreichen.
Wie setzen Kommunen den Hitzeschutz um?
Das Verbundprojekt „Plan °C“ zeigt, wie Hitzevorsorge konkret in Kommunen umgesetzt werden kann: Düsseldorf und Karlsruhe entwickelten dafür gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Urbanistik eigene Hitzeaktionspläne auf Grundlage der Empfehlungen des Bundes. Die bis Juli 2025 erarbeiteten Pläne enthalten unter anderem Maßnahmen zu Hitzewarnungen, Trinkwasser, kühlen Räumen und zum Schutz besonders gefährdeter Menschen.
Außerhalb großer Städte gibt ebenfalls es konkrete Ansätze: Der Lahn-Dill-Kreis, der Rheingau-Taunus-Kreis und der Odenwaldkreis nutzen Hitzeportale, Karten und abgestimmte Schutzmaßnahmen.